Über COOLs, POOCs und SmOOCs

 Joachim Wedekind, in seinem Paper „MOOCs – eine Herausforderung für die Hochschule?“ sieht MOOCs nicht als Herausforderung für die Hochschulen. MOOCs verändern eher die Weiterbildungslandschaft und nicht die Hochschulen.

Das ergibt sich zum Beispiel aus einer Analyse der TeilnehmerInnen des offenen Kurses opco12: Trends im E-Teaching, die gezeigt hat, dass nur 13% der TeilnehmerInnen Neulinge in dem Gebiet waren. 43% der TeilnehmerInnen hatten bis zu 5 Jahre Erfahrung mit dem Thema E-Learning und 44% sogar über 5 Jahren mit dem Thema beschäftigt. In den drei deutschsprachigen cMOOCs opco11, opco12 und mmc13 waren ca. 60% der Teilnehmenden im Bildungsbereich Tätige und über 40% waren über 40 Jahre alt. Über 10% der Teilnehmenden waren InternetnutzerInnen über 50 Jahren, für denen Wedekind den Begriff „Silver Surfer“ verwendet.

Konnektivistische MOOCs (cMOOCs) bilden nach Wedekind ein Modell der partizipativen Organisation des Lernens nach und konnten auch COOL genannt werden, wie Cooperative Open Online Learning. Nach Daniels (2013) konnten MOOCs auch POOCs, wie Participatory Open Online Courses genannt werden.

Noch ein interessanter Punt ist Wedekinds Sichtweise der „Drop-out“ Raten in MOOCs (Abschlussrate von unter 10%), die oft als Hauptproblem dargestellt werden. Da viele TeilnehmerInnen gezielt an bestimmten, für sie interessanten Phasen eines MOOCs teilnehmen, konnte man von einer „Drop-in“ anstatt von einer „Drop-out“ Quote reden.

Eine neue für mich Information war die Rede von der Dunbar-Zahl. Laut Dunbar (1992) kann unser Gehirn  zwischen 100 und 200 soziale Kontakte verarbeiten und diese kognitive Grenze soll laut Gonclaves, Perra & Vespignani (2011) auch in der digitalen Welt gelten. OOCs werden laut Wedekind dann als Massive bezeichnet, wenn sie diese sog. Dunbar-Zahl überschreiten.

MOOCs, die diese Zahl knapp überschreiten und von hoher Interaktivität bezeichnet werden, wurden von Jenny Macness (2012) SmOOCs (Small OOCs) genannt.

Wedekind schliesst sein Paper mit einer ausführlichen Liste der typischen Schwierigkeiten, mit denen Lehrende und Lernende in beiden cMOOCs und xMOOCs konfrontiert werden.

One Response to Über COOLs, POOCs und SmOOCs

  1. danke für diese nützliche Zusammenfassung :)

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